Archiv für Dezember 2009

Redebeiträge auf der Kieler Free Mumia!-Demo am 09.12.2009

Redebeiträge auf der Demonstration des Free Mumia!-Plenums Kiel am 09.12.2009 anlässlich des 28. Jahrestages der Verhaftung von Mumia Abu-Jamal:

1) Zur Situation Mumia Abu-Jamals Download -PDF

2) Zum Prozess gegen Mumia (folgt noch)

3) Der privat-industrielle Gefängnis-Komplex (als Audio-Datei mp3) Download (rechte Maustaste, Ziel speichern unter…)

100 auf Kieler Mumia-Demo

- 100 Teilnehmer/-innen an Demonstration zum internationalen Aktionstag für das Leben und die Freiheit von Mumia Abu-Jamal

- Leben des zum Tode verurteilten afroamerikanischen politischen
Gefangenen weiterhin akut bedroht

- Weltweite Bewegung kann die Hinrichtung von Mumia Abu-Jamal verhindern

Heute am Mittwoch, 9. Dezember 2009 fanden weltweit in zahlreichen Städten Aktionen anlässlich des 28. Jahrestags der Festnahme des im Jahre 1982 zum Tode verurteilten linken Journalisten, ehemaligen Black Panther-Party-Aktivisten und Afroamerikaners Mumia Abu-Jamal statt. Auch in Kiel demonstrierten an diesem internationalen Aktionstag am frühen Abend insgesamt über 100 Teilnehmer/-innen unter dem Motto „Lasst uns Mumias drohende Hinrichtung verhindern! Für die Abschaffung der Todesstrafe weltweit!“ durch die Kieler Innenstadt. Ab 17 Uhr sammelte sich die Demonstration, zu der das Free Mumia!-Plenum Kiel aufgerufen hatte, auf dem Bahnhofsvorplatz und zog von dort durch die Innenstadt, wo auf dem Europaplatz eine Zwischenkundgebung stattfand und der HipHopper Albino mit zwei Musikstücken seine Solidarität bekundete. Auf dem Rückweg wurde eine weitere Kundgebung am Bahnhof abgehalten, bevor die Demo weiter zur Alten Meierei zog, wo sich nach der Auflösung viele Teilnehmer/-innen bei einer Filmveranstaltung über die Hintergründe der Verurteilung Mumia Abu-Jamals informierten.

In den Redebeiträgen wurde mehrfach auf die derzeit lebensbedrohliche Situation Mumias hingewiesen, seine und die Freilassung von allen politischen Gefangenen gefordert, sich für die Abschaffung der Todestrafe weltweit ausgesprochen und unter dem Verweis auf den Mord eines griechischen Polizisten an dem Jugendlichen Alexis vor einem Jahr in Athen darauf hingewiesen, dass staatliche Represssion auch dann tödlich sein kann, wenn die Todesstrafe formal abgeschafft ist. Zudem wurde Mumias skandalöser Prozess 1982 näher beleuchtet und auf die bedenkliche Entwicklung des Gefängnissystems zu privat-industriellen Komplexen aufmerksam gemacht. Betont wurde stets, dass der Kampf für die Freiheit Mumia Abu-Jamals gleichzeitig ein Kampf für eine Welt ohne Rassismus, soziale Klassen und staatliche Repression ist.

Mumia Abu-Jamal wurde 1982 wegen eines bis heute nicht aufgeklärten Todes eines Polizisten in Pennsylvania wegen Mordes zum Tode verurteilt. Die mit dem Urteil ausgelöste breite Solidaritätsbewegung für Mumia Abu-Jamal wirft der damals zuständigen Justiz vor, das Todesurteil aus rassistischen Motiven und zur Ruhigstellung eines unbequemen kritischen Journalisten unabhängig von Schuld oder Unschuld gefällt zu haben. In den vergangenen 28 Jahren konnte trotz Ausschöpfung aller juristischen Möglichkeiten seitens Mumias Verteidigung und der breiten öffentlichen und internationalen Unterstützung keine Neuauflage des skandalösen Prozesses, der nach amnesty international „einen Bruch internationaler Mindeststandards fairer Verfahren“ darstellte, erreicht werden. Deshalb droht die Verkündung des Hinrichtungstermins durch den Gouverneur von Pennsylvania derzeit akut. Die Ermordung Mumia Abu-Jamals könnte in einem solchen Fall nur noch durch massiven Druck der Unterstützer/-innenbewegung verhindert werden.

Heute wurde auch in Kiel als Teil einer weltweiten Protestbewegung für die Freiheit und das Leben Mumia Abu-Jamals auf dessen lebensbedrohliche Lage aufmerksam gemacht. Diese internationale Bewegung, die zwangsläufig auch eine antirassistische und kapitalismus- wie staatskritische sein muss, ist eine Notwendigkeit, um Mumias drohende Hinrichtung abzuwenden. Deshalb wird auch in Kiel, sollte ein Hinrichtungstermin tatsächlich festgesetzt werden, eine Kundgebung im Rahmen der bundesweiten Notfallproteste drei Tage nach der Festlegung um 17 Uhr bzw. 12 Uhr (sollte dieser Tag ein Wochenendtag sein) am Hauptbahnhof stattfinden und zur zentralen Mumia-Demo in Berlin mobilisiert werden.

Bereits in den vergangenen Monaten fand in Kiel eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit zum Fall Mumia Abu-Jamal statt. Neben dem Free Mumia!-Plenum Kiel, das z.B. mehrfach Infostände und Flugblattaktionen durchführte, ergriffen mittlerweile auch andere Initiative. So fordern Gaardener Bürger/-innen seit Längerem die Umbenennung des Wasserplatzes an der Hörn in Mumia Abu-Jamal-Platz. Auch für die nahe Zukunft kündigt das Free Mumia!-Plenum Kiel weitere Öffentlichkeitsarbeit in der Landeshauptstadt an.

Am Mittwoch alle zur Mumia-Demo!

Plakat Demo 9.12.
Plakat Demo 9.12.

Unsere Vorab-Pressemitteilung zur Demo am internationalen Aktionstag für das Leben und die Freiheit für Mumia Abu-Jamal:


PRESSEMITTEILUNG des Free Mumia!-Plenums Kiel, 08.12.2009

- Demonstration zum internationalen Aktionstag für das Leben und die Freiheit von Mumia Abu-Jamal am Mittwoch, 09.12.2009 auch in Kiel, 17 Uhr Bahnhofsvorplatz

- Leben des zum Tode verurteilten afroamerikanischen politischen Gefangenen weiterhin akut bedroht

- Breite weltweite Solidaritätsbewegung will Hinrichtung verhindern

- Judith Ramzey vom Free Mumia!-Plenum Kiel: „Als Teil einer internationalen Bewegung kämpfen wir für die Freiheit Mumias und aller politischen Gefangenen überall, die Abschaffung der Todesstrafe weltweit und eine Welt ohne Klassenherrschaft und Rassismus!“

Am morgigen Mittwoch, 9. Dezember 2009 werden weltweit in zahlreichen Städten Aktionen anlässlich des 28. Jahrestags der Festnahme des im Jahre 1982 zum Tode verurteilten linken Journalisten, ehemaligen Black Panther-Party Aktivisten und Afroamerikaners Mumia Abu-Jamal stattfinden. Auch in Kiel wird an diesem internationalen Aktionstag um 17 Uhr eine Demonstration durch die Innenstadt unter dem Motto „Lasst uns Mumias drohende Hinrichtung verhindern! Für die Abschaffung der Todesstrafe weltweit!“ beginnen, zu der das Free Mumia!-Plenum Kiel aufruft. Anschließend wird in der Alten Meierei der Film „In Prison My Whole Life“ gezeigt, der sich mit den Hintergründen des Todesurteils gegen Mumia Abu-Jamal befasst.

Mumia Abu-Jamal wurde 1982 wegen eines bis heute nicht aufgeklärten Todes eines Polizisten in Pennsylvania wegen Mordes zum Tode verurteilt. Die mit dem Urteil ausgelöste breite Solidaritätsbewegung für Mumia Abu-Jamal wirft der damals zuständigen Justiz vor, das Todesurteil aus rassistischen Motiven und zur Ruhigstellung eines unbequemen kritischen Journalisten unabhängig von Schuld oder Unschuld gefällt zu haben. In den vergangenen 28 Jahren konnte trotz Ausschöpfung aller juristischen Möglichkeiten seitens Mumias Verteidigung und der breiten öffentlichen und internationalen Unterstützung keine Neuauflage des skandalösen Prozesses, der nach amnesty international „einen Bruch internationaler Mindeststandards fairer Verfahren“ darstellte, erreicht werden. Deshalb droht die Verkündung des Hinrichtungstermins durch den Gouverneur von Pennsylvania derzeit akut. Die Ermordung Mumia Abu-Jamals könnte in einem solchen Fall nur noch durch massiven Druck der UnterstützerInnenbewegung verhindert werden.

Judith Ramzey vom „Free Mumia!-Plenum Kiel“ erläutert das Anliegen der bevorstehenden Demonstration: „Auch in Kiel werden wir morgen als Teil der internationalen Protestbewegung auf die lebensbedrohliche Lage Mumias aufmerksam machen und seine sofortige Freilassung fordern. Darüber hinaus werden wir uns unmissverständlich für die Abschaffung der Todesstrafe und die Freiheit aller politischen Gefangenen weltweit sowie für eine Welt ohne Rassismus und Klassenherrschaft aussprechen – also für den Kampf, für den Mumia Abu-Jamal symbolisch steht und den er aus der Todeszelle heraus selbst bis heute führt. Wir sehen die Demo außerdem als einen weiteren Beitrag zur lokalen Mobilisierung für die Notfallproteste 3 Tage nach der jederzeit möglichen Bekanntgabe eines Hinrichtungstermins. Sollte dieser Fall eintreten, werden wir auch in Kiel wieder auf die Straße gehen und zudem die Anreise zur bundesweiten Free Mumia!-Demo in Berlin organisieren.“

Bereits in den vergangenen Monaten fand in Kiel eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit zum Fall Mumia Abu-Jamal statt. Neben dem Free Mumia!-Plenum Kiel, das z.B. mehrfach Infostände und Flugblattaktionen durchführte, ergriffen mittlerweile auch andere Initiative. So fordern Gaardener Bürger/-innen seit Längerem die Umbenennung des Wasserplatzes an der Hörn in Mumia Abu-Jamal-Platz und die Fraktion Direkte Demokratie reichte für die Ratsversammlung am 11.12. einen Antrag ein, sich für die Verhinderung der Hinrichtung Mumia Abu-Jamals einzusetzen.